Helfen Sie Katzen und Hunden, ihr gesündestes Leben zu führen
Veterinary Focus

Ausgabe nummer 32.1 Sonstiges Wissenschaft

Die Entwicklungsstadien der Katze

veröffentlicht 08/06/2022

Geschrieben von Kersti Seksel

Auch verfügbar auf Français , Italiano , Español und English

Das Verständnis der verschiedenen Stadien in der Entwicklung eines Katzenwelpen ist der Schlüssel zur erfolgreichen Beratung von Besitzern über die beste Interaktion mit Katzen, wie uns Kersti Seksel erläutert.

Es ist wichtig, dass Katzenwelpen vor dem Alter von sieben Wochen menschlichen Kontakt haben, damit sie sozial akzeptables Verhalten entwickeln können

Kernaussagen

Frisch gebackene Besitzer von Katzenwelpen müssen darüber aufgeklärt werden, auf welche Weise sie die physische und mentale Gesundheit ihres neuen Haustieres optimieren können.


Die uterine Umgebung während der Trächtigkeit hat signifikante Auswirkungen auf das zukünftige Verhalten und die Entwicklung des individuellen Katzenwelpen, und eine ausgewogene Ernährung der trächtigen Mutterkatze ist essenziell.


Kontakte mit Menschen und das Handling durch Menschen sind für junge Katzenwelpen bis zum Alter von neun Wochen sehr wichtig, da sie die Entwicklung eines sozial akzeptablen Verhaltens unterstützen.


Von Hand aufgezogene Katzenwelpen scheinen mit höherer Wahrscheinlichkeit furchtsame und aggressive Wesenszüge gegenüber Menschen und anderen Katzen zu entwickeln und zeigen eine geringere Befähigung zum Lernen.


Einleitung

Katzen zeigen gelegentlich Verhaltensweisen, die Besitzer als schwer verständlich empfinden und mit denen sie nicht richtig umgehen können. Probleme im Bereich des Verhaltens können grundsätzlich in jedem Stadium der Entwicklung auftreten und weitreichende Folgen für einen Katzenwelpen haben, insbesondere, wenn es darum geht, dass die kleine Katze ihre neue Rolle als Haustier und als Teil der Familie finden soll. Es ist daher wichtig, die verschiedenen felinen Entwicklungsphasen zu verstehen, damit wir Katzenwelpen dabei unterstützen können, zu großartigen adulten Katzen und guten Gefährten des Menschen heranzuwachsen. Das Verhalten wird durch mehrere Faktoren determiniert, wie zum Beispiel die genetische Prädisposition der Katze und der Genotyp des Vaters und der Mutter. Eine Rolle spielt aber auch das, was die Katze aus ihren frühen Erfahrungen (gut, schlecht und neutral) gelernt hat. Und schließlich haben auch die Umwelt, in der sich die Katze zum jeweiligen Zeitpunkt ihrer Entwicklung wiederfindet, und die Epigenetik einen Einfluss auf das Verhalten.

Aus all diesen Gründen müssen wir als Tierärzte wissen, was zu tun ist, um Katzenwelpen beim Heranwachsen zu wohlerzogenen adulten Katzen zu unterstützen, und dies beginnt bereits beim Züchter. Die Entscheidung, welche Kätzin mit welchem Kater gepaart wird, und zu welchem Zeitpunkt, ist dabei nur ein Aspekt, der einen Einfluss darauf hat, was die Zukunft bringen könnte. Wichtig sind in diesem Zusammenhang unter anderem auch das Verständnis und das Wissen darüber, wie die Katze vor, während und nach der Trächtigkeit zu versorgen ist, wie man die Entwicklung von Resilienz bei Katzenwelpen unterstützt, und wie man Katzenwelpen bis zu dem Zeitpunkt aufzieht, an dem sie von ihren neuen Besitzern übernommen werden. Als Tierärzte sollten wir bereit und in der Lage sein, unsere züchtenden Kunden über alle diese Aspekte fachkompetent zu beraten. Genauso wichtig ist es aber, frisch gebackene Besitzer eines Katzenwelpen darüber aufzuklären, wie sie am besten für die körperliche und mentale Gesundheit der kleinen Katze sorgen können, da beide Faktoren wichtig sind, wenn aus Katzen gute Gefährten des Menschen werden sollen. Realistische Erwartungen hinsichtlich dessen, was ein Katzenwelpe kann und zu jedem gegebenen Zeitpunkt seiner Entwicklung können sollte, fördern zudem die Schaffung einer starken Bindung zwischen der Katze und ihrem Halter.

Die Entwicklung eines Katzenwelpen von einem vollständig abhängigen Neugeborenen mit eingeschränkter Fähigkeit, Stimuli wahrzunehmen und zu beantworten, zu einem unabhängigen Wesen mit vollständig ausgebildeter Physiologie, das in der Lage ist, für sich selbst zu jagen und mit Mitgliedern seiner eigenen Spezies – und anderer Spezies – zu interagieren, erfolgt sehr schnell innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes. Dennoch handelt es sich dabei um einen sehr komplexen und heiklen Prozess, der von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Bei Katzen werden mehrere unterschiedliche Entwicklungsphasen identifiziert: die pränatale Phase, die neonatale Phase, die Übergangsphase, die Sozialisationsphase, die juvenile Phase, die adulte Phase und die Seniorenphase, und letztlich haben alle diese Phasen auch einen Einfluss auf das Verhalten der Katze (Tabelle 1).

Während der Katzenwelpe heranwächst, müssen sich sämtliche Körpersysteme wie das muskuloskelettale und das neurologische System, aber auch die psychologische (emotionale) Seite der Dinge in der richtigen Abfolge entwickeln, wenn sich die kleine Katze neurotypisch (d. h. „normal“) entwickeln soll. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Sozialisationsphase gelegt, da Katzenwelpen in dieser Zeit abgesetzt werden, möglicherweise in ein neues Zuhause kommen oder auch bereits kastriert werden. In dieser sehr sensiblen Phase ihrer Entwicklung können Katzen also zahlreichen Stressbelastungen ausgesetzt sein. Die Sozialisationsphase ist aber nicht die einzige Periode, die berücksichtigt werden muss. Anzumerken ist ferner, dass die einzelnen Entwicklungsperioden nicht streng definiert sind und individuell variieren können – gelegentlich verwenden verschiedene Autoren unterschiedliche Zeitrahmen für die einzelnen Phasen.

Tabelle 1. Lebensstadien einer Katze und approximative Altersspannen.

Lebensstadium Altersspanne
Pränatale Phase in utero
Neonatale Phase 0 bis 2 Wochen
Übergangsphase 2 bis 3 Wochen
Sozialisationsphase 3 bis etwa 7-9 Wochen
Juvenile Phase ca. 9 Wochen bis 4-10 Monate
Adulte Phase/Seniorenphase ab Pubertät

 

Pränatale Phase

Die pränatale Phase erstreckt sich von der Konzeption bis zur Geburt nach gewöhnlich 63 Tagen und spielt eine größere Rolle für die zukünftigen Charakteristika eines Katzenwelpen, als man allgemein vermuten könnte. Die unterschiedlichen Phasen der embryonalen Entwicklung, die mit der Befruchtung einer Eizelle beginnt und weitergeht mit der Implantation in der inneren Auskleidung des Uterus (etwa zwei Wochen nach der Befruchtung), sind von erheblichen Veränderungen geprägt. Da Katzen multipar sind, wiederholt sich dieser Prozess mit mehreren Zygoten bzw. Morulae, die von Paarungen mit verschiedenen Katern stammen können. Sobald die Trächtigkeit etabliert ist, hat das uterine Milieu weitreichende Auswirkungen auf das zukünftige Verhalten und die Entwicklung des individuellen Katzenwelpen. So zeigt die Forschung zum Beispiel, dass Katzenwelpen von Mutterkatzen, die während der späten Trächtigkeit und über die Laktation proteinarm ernährt werden, emotionaler sind, sich häufiger aktiv bewegen und häufiger vokalisieren als Welpen von Mutterkatzen, die im entsprechenden Zeitraum eine ausgewogene und vollwertige Nahrung erhalten hatten 1. Zudem verloren diese Welpen proteinarm ernährter Mutterkatzen ihr Gleichgewicht häufiger und hatten eine schwache soziale Bindung sowie weniger Interaktionen mit der Mutterkatze. In einer anderen Studie, in der Mutterkatzen zur Deckung der Hälfte ihres Ernährungsbedarfes gefüttert wurden, zeigten die Welpen Wachstumsdefizite in einigen Hirnregionen (z. B. Cerebrum, Cerebellum und Hirnstamm) 2. Diese Hirnareale initiieren und koordinieren Bewegung und Aktionen, und entsprechende Entwicklungsverzögerungen wurden in zahlreichen Bereichen festgestellt wie Saugen, Öffnen der Augen, Kriechen, Körperhaltung, Laufen, Rennen, Spielen und Klettern. Über den Einfluss der Ernährung auf die Epigenetik muss allerdings noch weiter geforscht werden. Das feline Mikrobiom ist ein ebenfalls zunehmend im Fokus der Forschung stehendes Gebiet, und bislang werden Auswirkungen der Mikroorganismen im Körper auf die Entwicklung von Katzenwelpen noch nicht vollumfänglich verstanden.

Neonatale Phase 

Die neonatale Phase beginnt mit der Geburt und endet im Alter von etwa zwei Wochen. Einige Autoren sind jedoch der Auffassung, dass diese Phase nur sieben Tage andauert. Da aber das Säugen und der Kot-/Harnabsatz (perineale Stimulation erforderlich) während der ersten beiden Lebenswochen durch die Mutterkatze initiiert werden, ist es wahrscheinlich, dass die neonatale Phase tatsächlich bis zum 14. Lebenstag andauert. Adäquates maternales Verhalten ist daher eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine gesunde Welpenentwicklung (Abbildung 1). Da Katzenwelpen blind und praktisch taub geboren werden, mit eingeschränkter Fähigkeit, sich aktiv zu bewegen und ihre Körpertemperatur zu regulieren, hängt ihr Überleben in dieser Phase vollständig von der Mutter ab.

Nahrungsaufnahme und Schlafen sind die Hauptaktivitäten von Katzenwelpen in diesem Stadium, und in der ersten Lebenswoche verbringen sie im Durchschnitt etwa vier Stunden mit dem Saugen. Da Katzenwelpen mit geschlossenen Augen (zahlreiche visuelle Reflexe wie der Blinzelreflex können jedoch bereits vor der Geburt vorhanden sein) 3 und schlechtem Hörvermögen geboren werden, sind sie anfangs abhängig von ihrem Geruchs- und Tastsinn sowie ihrer Fähigkeit, Wärme zu detektieren. Da neugeborene Katzenwelpen nicht in der Lage sind, ihre Körpertemperatur zu regulieren, ist die Fähigkeit zur Detektion eines Temperaturgradienten wichtig für das Überleben, während das Aufsuchen der Zitzen mit Hilfe des Geruchssinnes erfolgt. Katzenwelpen vokalisieren im Allgemeinen nicht besonders viel, sie schnurren aber beim Saugen und schreien als Reaktion auf körperliche Beschwerden. Da Katzenwelpen neurologisch unreif geboren werden, findet aktive Bewegung nach der Geburt nur in eingeschränktem Maße statt, und ihre Gliedmaßen sind vor Erreichen eines Alters von etwa zwei Wochen nicht ausreichend kräftig, um das Körpergewicht zu tragen. Katzenwelpen sind jedoch in der Lage, ihre Position zu korrigieren, wenn sie auf den Rücken gedreht werden, da sich diese Fähigkeit zum Aufrichten bereits vor der Geburt entwickelt. 

Neugeborene Katzenwelpen sind vollständig abhängig von ihrer Mutter

Abbildung 1. Neugeborene Katzenwelpen sind vollständig abhängig von ihrer Mutter, um zu überleben. Adäquates maternales Verhalten ist also eine essenzielle Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung von Katzenwelpen. 
Credit: Shutterstock

Kersti Seksel

Die meisten veterinärmedizinischen Verhaltensexperten sind heute der Meinung, dass Sozialisationskurse für Katzenwelpen (bei richtiger Durchführung) von Vorteil sind, und dieses Konzept ist auch Teil der Feline Behavior Guidelines der American Association of Feline Practitioners (AAFP).

Kersti Seksel

Übergangsphase

In der Übergangsphase (im Alter von 2-3 Wochen) kommt es zu raschen physischen und behavioralen Veränderungen, und die Katzenwelpen entwickeln in dieser Zeit einen gewissen Grad der Unabhängigkeit von der Mutterkatze. Die Welpen können kriechen und gehen, wenn auch noch recht unbeholfen, und die Augen und Ohren erfüllen nun ihre physiologischen Funktionen. Die Milchzähne brechen durch, auch wenn die Aufnahme fester Nahrung in der Regel frühestens zum Ende der Übergangsphase beginnt. Der Geruchssinn ist im Alter von drei Wochen voll entwickelt.

Berichtet wird, dass Katzenwelpen, die ab einem Alter von zwei Wochen von ihrer Mutter getrennt und von Hand aufgezogen wurden, ängstlicher und aggressiver gegenüber Menschen und anderen Katzen zu sein scheinen 4,5,6. Früh getrennte Welpen waren auch sensitiver gegenüber neuen Stimuli, ihre Lernfähigkeit war geringer und sie entwickelten geringere soziale und elterliche Fähigkeiten. Diese negativen Effekte können zumindest teilweise abgeschwächt werden, wenn das Aufziehen von Hand in einem Haushalt mit anderen neurotypischen Katzen stattfindet, so dass die betroffenen Welpen durch Beobachtung ihrer Artgenossen lernen können.

Sozialisationsphase

Die Sozialisation ist in hohem Maße mit der neurologischen und physischen Entwicklung des Katzenwelpen verknüpft. Dieser Prozess ist aber nicht auf das Welpenalter beschränkt, sondern setzt sich vielmehr über das gesamte Leben der Katze fort. Die Art und Weise der Sozialisation eines Katzenwelpen kann Auswirkungen darauf haben, wie dieses Individuum als adulte Katze mit neuen, unbekannten Individuen interagiert. Man nimmt an, dass sich die Sozialisationsphase vom Alter von drei Wochen bis etwa zum Alter von sieben Wochen erstreckt, einige Autoren sind jedoch der Meinung, dass sie sogar bis zum Alter von neun Wochen anhalten kann. Hier liegt ein wichtiger Unterschied zum Hund, denn bei Katzenwelpen scheint die Sozialisationsphase früher zu enden. Da aber das soziale Spielen bei Katzenwelpen im Alter zwischen neun und 14 Wochen seinen Höhepunkt erreicht, wird vermutet, dass die Sozialisationsphase nicht in jedem Fall so früh endet. Zudem geht man davon aus, dass die Dauer dieser Phase auch in Abhängigkeit von individuellen, rassebedingten und erfahrungsassoziierten Faktoren variiert. Im Verlauf der Sozialisationsphase wird der Katzenwelpe zunehmend unabhängiger, und in dieser Zeitspanne erfolgt in der Regel auch die Übernahme durch die neuen Besitzer.

In diesem Stadium findet eine weitere Entwicklung verschiedener Körpersysteme statt. Im Alter von vier Wochen ist das Hörvermögen vollständig entwickelt (sie erkennen das Fiepen ihrer Mutter, wenn sie Tonaufzeichnungen ihrer Mutter und anderer Katzen vorgespielt bekommen 7), und im Bereich des Sehens ist jetzt die Tiefenwahrnehmung vorhanden, während sich die Sehschärfe bis zum Alter von etwa 16 Wochen noch weiter verbessert. Der Aufrichtreflex in der Luft ist im Alter von sechs Wochen ebenso ausgeprägt wie bei der adulten Katze, und im Alter von sieben Wochen kann der Welpe seine Körpertemperatur genauso gut regulieren wie eine adulte Katze. Im Alter von fünf bis sechs Wochen hat ein Katzenwelpe die volle willkürliche Kontrolle über seine Ausscheidungen, und auch das Graben in lockerem Boden, gefolgt vom Abdecken von abgesetztem Kot und Harn kann in dieser Phase allmählich beobachtet werden. Das Flehmen beginnt im Alter von fünf Wochen und ist im Alter von sieben Wochen vergleichbar mit dem adulter Katzen.

Im Alter von sechs bis sieben Wochen ist eine adulten Katzen ähnliche aktive Fortbewegung zu beobachten. Während dieser Phase entwickelt sich auch das Spielen, wobei man unterschiedliche Typen erkennt: soziales Spielen, objektbezogenes Spielen und lokomotorisches Spielen. Soziales Spielen beginnt im Alter von etwa vier Wochen und erreicht seinen Höhepunkt im Alter zwischen neun und 14 Wochen. Das objektbezogene und das lokomotorische Spielen beginnen im Alter von sechs Wochen und erreichen ihren Höhepunkt im Alter von etwa 16 Wochen, wobei sich die Auge-Pfote-Koordination ab einem Alter von etwa sechs Wochen entwickelt (Abbildung 2). Ab einem Alter von 14 Wochen beginnt das furchtgeprägte Spielen, und die Welpen lernen spielerisch zu kämpfen. Bekannt ist, dass Einzelwelpen im Vergleich zu Katzenwelpen in Würfen vermehrt mit Objekten und ihren Müttern spielen 8.

Spielen ist ein wichtiger Teil der Entwicklung von Katzenwelpen und unterstützt die Verbesserung der Auge-Pfote-Koordination

Abbildung 2. Spielen ist ein wichtiger Teil der Entwicklung von Katzenwelpen und unterstützt die Verbesserung der Auge-Pfote-Koordination. 
Credit: Shutterstock

Katzenwelpen beginnen jetzt auch mit der Aufnahme fester Nahrung und fressen in der Regel das, was auch die Mutter frisst, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. In dieser Phase werden auch Geschmackspräferenzen etabliert. Der Zeitpunkt des Absetzens hat nachweislich einen Einfluss auf das Verhalten von Katzenwelpen 9,10,11,12, wobei früh abgesetzte Individuen (ab einem Alter von vier Wochen) prädatorisches Verhalten früher zeigen als normalerweise, während spät abgesetzte Katzenwelpen (ab einem Alter von neun Wochen) eine verzögerte Entwicklung prädatorischen Verhaltens zeigen und mit geringerer Wahrscheinlichkeit Beutetiere töten.

Wenn die Welpen ein Alter von etwa drei Wochen erreichen, demonstriert ihnen die Mutterkatze die Grundlagen der Prädation 13, und bei Katzenwelpen ab einem Alter von etwa fünf Wochen kann man unabhängiges prädatorisches Basisverhalten beobachten. Vor Erreichen eines Alters von etwa einem Monat sind Katzenwelpen unfähig, auf rein visuelle Reize zu reagieren, im Alter von etwa sechs bis acht Wochen beginnen sie dann aber auf visuelle und olfaktorische Bedrohungen so zu reagieren, wie dies auch adulte Katzen tun würden.

Furchtsame Reaktionen auf bedrohende Stimuli können ab einem Alter von sechs Wochen beginnen. Individuelle Unterschiede im Verhalten werden während des zweiten Lebensmonats allmählich sichtbar und sind auf genetische Unterschiede und unterschiedliche frühe Umfelder zurückzuführen. Vermehrtes Handling durch den Menschen (geringgradiger Stress) scheint die Entwicklung generell zu beschleunigen. Die rezeptivste Zeit für die Sozialisation von Katzenwelpen mit Menschen und anderen Spezies liegt im Alter zwischen zwei und neun Wochen, und je mehr Umgang mit Menschen die Welpen in dieser Phase haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Furcht gegenüber Menschen entwickeln. Wenn Katzenwelpen zu sozialen Tieren heranreifen sollen, müssen sie offenbar vor einem Alter von sieben Wochen Kontakt zu Menschen haben, damit sie ein sozial akzeptables Verhalten entwickeln können 14. Regelmäßiges behutsames Handling und sehr sanfte „Zwangsmaßnahmen“ (hochnehmen und festhalten) sollten deshalb vor Erreichen eines Alters von drei Monaten erfolgen, und vorzugsweise so früh wie möglich beginnen, sogar bereits kurz nach der Geburt (Abbildung 3). Wichtig ist auch, dass Katzenwelpen während dieser sensitiven Phase verschiedenen neuen Stimuli ausgesetzt werden, die nicht als Bedrohung empfunden werden 15. Diese Phase ist deshalb auch die ideale Zeit, um mit einer kleinen Katze im „Katzenkindergarten“ zu beginnen (Box 1). Die meisten veterinärmedizinischen Verhaltensexperten sind heute der Meinung, dass Sozialisationskurse für Katzenwelpen (bei richtiger Durchführung) von Vorteil sind, und dieses Konzept ist Teil der Feline Behavior Guidelines der American Association of Feline Practitioners (AAFP) 16.

Box 1. Tipps für einen erfolgreichen Katzenkindergarten.

• Halten Sie die erste Stunde ohne Katzenwelpen ab, damit sich die Besitzer auf die im Kurs zu behandelnden Themen konzentrieren können. 
• Der erste Kurs befasst sich mit der Pflege und Versorgung von Katzenwelpen, diskutiert normales Katzenverhalten und unterstützt Besitzer bei der Gestaltung einer Umgebung, die alle Bedürfnisse von Katzenwelpen berücksichtigt und gleichzeitig die Entwicklung von Verhaltensproblemen verhindert. 
• Die Kurse müssen in einem relativ kurzen Zeitraum abgehalten werden, da die Sozialisationsphase im Alter von etwa neun Wochen enden kann – so kann es zum Beispiel erforderlich sein, drei Kurse innerhalb von einer Woche abzuhalten. 
• Am Kurs teilnehmende Katzenwelpen sollten zwischen acht und 13 Wochen alt sein, frei von Ektoparasiten und jeglichen Anzeichen von Infektionskrankheiten und vor Beginn der Kurse mindestens eine Grundimmunisierung bekommen haben. Das genaue Timing hängt natürlich vom maßgeblichen Impfschema ab und eventuellen Restriktionen bezüglich des Zeitpunktes der Übernahme des Welpen durch den neuen Besitzer.
• Katzen, die älter als 13 Wochen sind, sollten nicht an diesen Kursen teilnehmen, die Besitzer älterer Welpen können aber eingeladen werden, ohne ihre Katzen teilzunehmen.
• Drei Katzenwelpen sind ideal für einen Kurs, sechs Welpen sind das absolute Maximum. 
• Die gesamte Familie sollte ermutigt werden, teilzunehmen, wobei Kinder unter 5 Jahren von einem Erwachsenen begleitet werden müssen.
• Kurse sind mit zwei Kursleitern besser zu managen, auch wenn ein einzelner Kursleiter in der Regel durchaus gut zurechtkommt, da Katzenwelpen nicht so viel interagieren wie Hundewelpen in einem Hundewelpenkurs.
• Der verfügbare Raum bestimmt die Anzahl der teilnehmenden Katzen und Personen; jeder Teilnehmer sollte einen Sitzplatz haben und es sollte ausreichend Raum vorhanden sein für Equipment wie Kratzpfosten, Katzentoiletten und Katzenkörbe. Der Raum muss zudem „katzenwelpensicher“ sein, um das Entweichen von Welpen zu verhindern.
• Verteilen Sie Handzettel, damit die Besitzer den Kursinhalt zu Hause noch einmal rekapitulieren können.
Es ist wichtig, dass Katzenwelpen vor dem Alter von sieben Wochen menschlichen Kontakt haben, damit sie sozial akzeptables Verhalten entwickeln können

Abbildung 3. Es ist wichtig, dass Katzenwelpen vor dem Alter von sieben Wochen menschlichen Kontakt haben, damit sie sozial akzeptables Verhalten entwickeln können. Regelmäßiges sanftes Handling sollte also so früh wie möglich beginnen, sogar kurz nach der Geburt. 
Credit: Shutterstock

Juvenile Phase

Die juvenile Phase beginnt im Alter von etwa neun Wochen und erstreckt sich bis zur Geschlechtsreife (die im Alter zwischen vier und zehn Monaten erreicht wird). Die grundlegenden Verhaltensmuster verändern sich während dieser Zeit zwar nicht, es kommt aber zu graduellen Verbesserungen der motorischen Fähigkeiten und der Koordination, und die Katzenwelpen werden in dieser Phase zunehmend unabhängig. Die Welpen sind jetzt bereit, auseinanderzugehen und werden auch bezüglich ihrer Ernährung vollständig unabhängig. Objektbezogenes Spielen, die Erkundung lebloser Objekte und das lokomotorische Spielen steigern sich ab Woche sieben bis acht und erreichen ihren Höhepunkt im Alter von etwa 18 Wochen. Das soziale Spielen ist im Alter zwischen vier und 14 Wochen am stärksten ausgeprägt und wird etwa ab dem dritten Lebensmonat zunehmend auch Aspekte der Prädation beinhalten. Das objektbezogene Spielen kann sozialer oder solitärer Natur sein, wobei die Katze Objekte mit den Pfoten bearbeitet, anpirscht, bespringt oder beißt oder mit den Pfoten festhält. Diese Art des Spielens simuliert offensichtlich verschiedene Aspekte der Abfolge von Ereignissen bei der Prädation.

Kersti Seksel

Einige Katzen werden Menschen nie besonders selbstsicher und vertrauensvoll gegenübertreten, unabhängig vom Ausmaß ihrer Sozialisation. Regelmäßiges Handling durch Menschen von der Geburt bis zu einem Alter von fünf bis sieben Wochen kann jedoch die Wahrscheinlichkeit einer guten Sozialisation erhöhen, und man geht davon aus, dass bereits 15 Minuten pro Tag vorteilhaft sind.

Kersti Seksel

Adulte Phase 

Die juvenile Phase gilt als abgeschlossen mit dem Eintritt der Pubertät – wenn die sexuelle Reproduktion möglich ist – und mit dem Beginn der adulten Phase, die bis zum Lebensende reicht. Weibliche Katzenwelpen können erste Östrusanzeichen im Alter zwischen 3,5 und 12 Monaten zeigen, meist jedoch im Alter zwischen fünf und neun Monaten, wobei dieser Zeitpunkt durch zahlreiche Faktoren beeinflusst wird. So sind zum Beispiel orientalische Rassen oft früher sexuell empfänglich als andere Rassen, und ein früheres Auftreten von Anzeichen eines Östrus kann durch verschiedene Umweltfaktoren beeinflusst werden, wie zum Beispiel die Geburt der Katze im zeitigen Frühjahr, die Exposition gegenüber geschlechtsreifen Katern, die Anwesenheit von anderen weiblichen Katzen im Östrus oder Phasen mit zunehmender Helligkeit. Einen Einfluss haben aber auch das Körpergewicht der Katze, die Jahreszeit der Geburt und die Frage, ob die Katze auf der Nord- oder Südhalbkugel geboren ist. Weibliche Katzen sind saisonal polyöstrisch, so dass während der Zuchtsaison mehrere Perioden sexueller Empfänglichkeit auftreten. Katzen weisen zudem eine induzierte Ovulation auf, das heißt, sie ovulieren nur dann, wenn eine Paarung stattfindet. Während dieser Phase kann sich eine Katze also mit mehreren Katern paaren. Bei Katern endet die juvenile Phase mit dem Beginn der Produktion lebensfähiger Spermien im Alter von etwa acht bis zwölf Monaten.

Sexuelle Reife ist nicht gleichbedeutend mit sozialer Reife. Dieser Begriff beschreibt die Entwicklung adulter sozialer Verhaltensweisen und Interaktionen mit anderen Katzen sowie das territoriale Verteidigungsverhalten. Man geht davon aus, dass die soziale Reifung bei Katzen im Alter zwischen 36 und 48 Monaten abgeschlossen ist und damit länger dauert als bei Hunden, weil man annimmt, dass sich Katzen ausreichend weit physisch und mental entwickeln müssen, um in einer adulten Gesellschaft zurecht zu kommen.

Und schließlich wird in letzter Zeit auch der „Senioren“-Phase im Leben einer Katze mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Auch wenn es bis heute insgesamt nur wenig Forschung über „Seniorenkatzen“ und die mit dem Altern assoziierten Verhaltensänderungen gibt, sind Letztere aus der Praxis sehr gut bekannt. Bei alternden Katzen beobachtet man eine ganze Reihe von Verhaltensänderungen, und die mentale Leistungsfähigkeit einer Katze scheint mit zunehmendem Alter zurückzugehen. Heute werden zahlreiche Studien zur Kognition bei Katzen und zur Abnahme kognitiver Fähigkeiten bei älteren Katzen durchgeführt. 

Persönlichkeit

Die Art und Weise, in der ein Individuum charakteristische Verhaltensmuster, Gedanken und Empfindungen nach außen hin zeigt, wird als Persönlichkeit beschrieben. Die Fähigkeit einer Katze, sich mit Menschen zu sozialisieren scheint dabei mit ihrer inhärenten Persönlichkeit zusammenzuhängen (Abbildung 4). Forschungsarbeiten zeigen, dass es genetisch „freundliche“ (mutige) und genetisch „unfreundliche“ (schüchterne) Charakteristika gibt, und dass dieser Teil der Persönlichkeit von der väterlichen Seite beeinflusst wird 17. Einige Katzen werden also Menschen nie besonders selbstsicher und vertrauensvoll gegenübertreten, unabhängig vom Ausmaß ihrer Sozialisation. Wie oben erwähnt, kann aber regelmäßiges menschliches Handling von der Geburt bis zu einem Alter von etwa sieben bis neun Wochen die Wahrscheinlichkeit einer guten Sozialisation erhöhen, und man geht davon aus, dass bereits 15 Minuten Interaktion pro Tag vorteilhaft sind, wobei dieser Effekt bei a priori schüchternen Katzenwelpen noch stärker ausgeprägt ist.

Die Unterschiedlichkeit feliner Persönlichkeiten hat erhebliche Auswirkungen darauf, wie gut eine individuelle Katze die Erwartungen ihres Besitzers an eine Beziehung mit dieser Katze erfüllen wird. Freche, lebhafte Katzen werden nicht von jedem geschätzt, während es einigen Besitzern schwerfällt, mit einer schüchternen Katze umzugehen, die Menschen eher nicht freundlich gesonnen ist.

Die Persönlichkeit einer Katze hat großen Einfluss darauf

Abbildung 4. Die Persönlichkeit einer Katze hat großen Einfluss darauf, wie gut sie die Erwartungen des Besitzers an eine Beziehung zu seinem Tier erfüllen wird. 
Credit: Shutterstock

Schlussfolgerung

Wenn wir die Entwicklungsphasen der Katze kennen, können wir ihr Verhalten besser verstehen, und besser begreifen, warum sie tun, was sie tun. Dies ist aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen helfen diese Kenntnisse Züchtern bei der richtigen Auswahl von Individuen, die Nachkommen produzieren, die sich zu den bestmöglichen Gefährten für Menschen entwickeln können. Zum anderen fördert dieses Wissen die Festigung der Bindung zwischen Hauskatzen und ihren Haltern (und reduziert damit hoffentlich auch das Risiko einer Abgabe oder Euthanasie von Katzen aufgrund von unerwünschtem Verhalten). Tierärzte müssen bereit und in der Lage sein, Katzenhaltern die bestmögliche Beratung über Katzen und ihre Entwicklung zu geben, um so für ein optimales Wohlergehen von Katzenwelpen zu sorgen. Wenn uns dies gelingt, ist die gute Zukunft der Katze als Gesellschaftstier und als Gefährte des Menschen gesichert.

Weitere Literaturhinweise

  • Overall KL. Clinical Behavioural Medicine for Small Animals. St Louis, MI; Mosby, 2013.
  • Seksel K. Training Your Cat. Melbourne; Hyland House, 2001.
  • Landsberg G, Hunthausen W, Ackerman L. Handbook of Behaviour Problems of the Dog and Cat. Oxford; Butterworth-Heinemann, 2012.
  • Beaver B. Feline Behavior; A Guide for Veterinarians (2nd ed.) St Louis, MI; Saunders Elsevier, 2003.
  • Bradshaw, JWS. The Behaviour of the Domestic Cat. London; CAB International, 2012.

Literatur

  1. Gallo PV, Werboff J, Knox K. Protein restriction during gestation and lactation; development of attachment behavior in cats. Behav. Neural Biol. 1980;29:216-223.

  2. Smith B, Jensen G. Brain development in the feline. Nutr. Rep. Int. 1997;16:487.

  3. Beaver B. Reflex development in the kitten. Appl. Anim. Ethol. 1978;4:93. 

  4. Mellen J. Effects of early rearing experience on subsequent adult sexual behavior using domestic cats (Felis catus) as a model for exotic small felids. Zoo. Biol. 1992;11:17-32. 

  5. Seitz PFD. Infantile experience and adult behavior in animal subjects; II. Age of separation from the mother and adult behavior in the cat. Psychosom. Med. 1959;21:353-378. 

  6. Chon E. The effects of queen (Felis sylvestris)-rearing versus hand-rearing on feline aggression and other problematic behaviors. In; Mills D, Levine E (eds) Current Issues and Research in Veterinary Behavioral Medicine. West Lafayette, Ind. Purdue University Press, 2005;201-202.

  7. Szenczi P, Banszegi O, Urrutia A, et al. Mother-offspring recognition in the domestic cat; kittens recognize their own mother’s call. Develop. Psychobiol. 2016;58:568-577.

  8. Mendl M. The effects of litter-size variation on the development of play behaviour in the domestic cat; litters of one and two. Anim. Behav. 1988;36:20-34.

  9. Barrett P, Bateson P. The development of play in cats. Behaviour 1978;66:106-120.

  10. Bateson P, Mendl M, Feaver J. Play in the domestic cat is enhanced by rationing of the mother during lactation. Anim. Behav. 1990;40:514-525.

  11. Martin P, Bateson P. The influence of experimentally manipulating a component of weaning on the development of play in domestic cats. Anim. Behav. 1985;33:502-510.

  12. Tan PL, Counsilman JJ. The influence of weaning on prey-catching behaviour in kittens. Zeit Tierpsychol. 1985;70:148-164.

  13. Caro TM. Effects of the mother, object play, and adult experience on predation in cats. Behav. Neural Biol. 1980;29:29-51.

  14. Collard RR. Fear of strangers and play behavior in kittens varied with social experience. Child Develop. 1967;38:877-891.

  15. Hudson HL, Eckerman CO. Familiar social and nonsocial stimuli and the kitten’s response to a strange environment. Develop. Psychobiol. 1971;4:71-89.

  16. Quimby J, Gowland S, Carney HC, et al. AAHA/AAFP Feline Life Stage Guidelines J. Feline Med. Surg. 2021;23:211-233.

  17. McCune S. The impact of paternity and early socialisation on the development of cats’ behaviour to people and novel objects. Appl. Anim. Behav. Sci. 1995;45:111-126.

Kersti Seksel

Kersti Seksel

Nach Abschluss ihres Studiums an der Sydney University arbeitete Dr. Seksel in Großbritannien, bevor sie einen Master’s Degree in Behavioral Sciences und einen Master of Arts erhielt. Mehr lesen

Andere Artikel in dieser Ausgabe

Ausgabe nummer 32.1 veröffentlicht 06/07/2022

Die Herausforderungen des tierärztlichen Berufes

Die Welt stellt täglich neue Herausforderungen an den tierärztlichen Berufsstand, und es kann hilfreich sein, unsere individuellen Erfahrungen mit unseren Kollegen zu teilen, wo auch immer diese sein mögen – und durch das Verständnis der Herausforderungen, mit denen andere Stakeholder konfrontiert werden, können wir uns gegenseitig unterstützen.

von Cara McNeill und Ewan McNeill

Ausgabe nummer 32.1 veröffentlicht 22/06/2022

Prävention von Verhaltensproblemen bei Hundewelpen

Viele Besitzer wählen ihre Hundewelpen aus gänzlich falschen Gründen; Jon Bowen zeigt einige Schlüsselfaktoren, die einen jungen Hundewelpen bei seiner Entwicklung zu einem großartigen Familienmitglied unterstützen können.

von Jon Bowen

Ausgabe nummer 32.1 veröffentlicht 15/06/2022

DHA für Hundewelpen

Welche Bedeutung haben langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Nahrung für eine gesunde Entwicklung? Russ Kelley erläutert uns einige jüngste Studien, die darauf hindeuten, dass sie ein wesentlicher Teil des Ernährungsbedarfs von Hundewelpen sind.

von Russ Kelley

Ausgabe nummer 32.1 veröffentlicht 01/06/2022

Maternales Verhalten bei Hündinnen

Das maternale Verhalten spielt eine wichtige Rolle für das Überleben von Hundewelpen während der ersten Lebenswochen und kann darüber hinaus lang anhaltende Auswirkungen auf ihre kognitive Entwicklung haben. Dieser Artikel gibt einige Tipps, die Tierärzte beim Umgang mit neugeborenen Hundewelpen unterstützen sollen.

von Natalia Ribeiro dos Santos