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Veterinary Focus

Ausgabe nummer 32.1 Sonstiges Wissenschaft

Impfungen und Immunität bei Katzenwelpen

veröffentlicht 27/04/2022

Geschrieben von Kelly A. St. Denis

Auch verfügbar auf Français , Italiano , Español und English

Bei Katzenwelpen kann sich die Umsetzung eines optimalen Impfschemas bei gleichzeitiger Sicherstellung positiver Patientenerfahrungen in der tierärztlichen Praxis als Win-Win-Situation erweisen, wie uns Kelly St. Denis erläutert.

Katzenwelpen können mit Futter abgelenkt werden, bevor man sie am Ellbogen oder distal davon impft

Kernaussagen

Impfungen können und sollten bereits im Alter von 6 Wochen während der Sozialisationsphase des Katzenwelpen beginnen und geben dem Praxisteam die Möglichkeit, Katzenwelpen frühe positive Erfahrungen zu verschaffen.


Die Immunisierung gegen das Feline Leukämievirus ist ein wichtiger Bestandteil des juvenilen Impfschemas, unabhängig von der zu erwartenden Lebensweise des Katzenwelpen.


Termine für Auffrischungsimpfungen unterstützen die Aufrechterhaltung der Immunität, bieten aber auch die Gelegenheit für katzenfreundliche Interaktionen und die Chance zur Beratung von Besitzern über die Bedürfnisse ihrer Katzen.


Eine Ernährungsberatung zum „ersten Geburtstag“ fördert die Gesundheit der Katze, stärkt die Tierarzt-Kunden-Bindung und stellt sicher, dass Patienten zu den jährlichen Visiten zurückkommen.


Einleitung

Die feline Vakzinologie hat in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Umwälzungen erfahren. Während sich aber die Infektionserreger, gegen die wir unsere Katzenwelpen impfen, in dieser Zeit kaum geändert haben, können wir in anderen Kontexten enorme Veränderungen feststellen. So gibt es unter anderem beträchtliche Fortschritte in unserem Wissen über einige dieser Infektionserreger und die Rolle der Impfung bei ihrer Prävention. Zahlreiche Veränderungen gibt es darüber hinaus auch bei den Empfehlungen bezüglich des richtigen Zeitpunktes, des richtigen Alters und der richtigen Häufigkeit von Grundimmunisierungen und Auffrischungsimpfungen. Zudem haben wir inzwischen zahlreiche neue Erkenntnisse über die maternale Immunität und ihre Auswirkungen auf die Immunität der Katzenwelpen. Dramatisch verändert hat sich aber auch das wissenschaftliche Design der für Katzen verfügbaren Impfstoffe, und nicht zuletzt gab es Veränderungen bei den zugelassenen bzw. empfohlenen Impfinjektionsstellen. Darüber hinaus haben die Entwicklung und die praktische Umsetzung der „Cat Friendly“-Prinzipien zu einer regelrechten Revolution der Art und Weise geführt, wie wir mit unseren felinen Patienten interagieren. Alle diese Veränderungen sorgen letztlich dafür, dass die Vakzinologie bei der Spezies Katze heute sehr viel herausfordernder, zugleich aber auch sehr viel lohnender ist, als jemals zuvor. Diese Veränderungen haben Auswirkungen auf sämtliche Lebensstadien unserer Hauskatzen, wobei die entscheidenden Grundlagen für die Immunität und für katzenfreundliche Visiten bereits im ersten Lebensjahr gelegt werden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über Impfschemata und ihre praktische Umsetzung bei jungen Katzen hauptsächlich aus nordamerikanischer Sicht, und der interessierte Leser hat die Möglichkeit, weitere Details für alle Lebensstadien der Katze in den kürzlich aktualisierten AAHA/AAFP-Guidelines* zu finden 1.

* AAHA: American Animal Hospital Association; AAFP: American Association of Feline Practitioners 

Maternale Immunität 

Maternale Immunität in Form von maternalen Antikörpern wird passiv über die Muttermilch der Kätzin auf die Katzenwelpen übertragen. Ein transplazentarer Transfer von Antikörpern findet bei der Spezies Katze dagegen nicht in signifikantem Maße statt 2. Die Verfügbarkeit der Immunglobuline IgA und IgG für den Neonaten wird beeinflusst durch die Konzentration der Proteine im Kolostrum, das aufgenommene Volumen und die Kapazität des neonatalen Darms, die entsprechenden Proteine zu absorbieren. Alle diese Faktoren sind weitgehend zeitabhängig. Die Immunglobulinkonzentration ist am höchsten im Kolostrum, wobei die Spiegel drei Tage post partum rasch absinke 3. Das Neugeborene absorbiert Immunglobuline überwiegend während der ersten 24 Lebensstunden, wobei Evidenzen darauf hinweisen, dass die Absorption bereits nach 16 Stunden dramatisch abnimmt 3. Bei Katzenwelpen, die während der ersten 24 Stunden post partum nicht ausreichend Kolostrum aufnehmen, besteht das Risiko unzureichenden passiven Transfers von Antikörpern, wodurch die Gefahr infektiöser Erkrankungen während einer Periode steigt, in der das körpereigene Immunsystem des Welpen noch unterentwickelt ist.

Maternale Antikörper persistieren in Katzenwelpen über unterschiedlich lange Dauer, abhängig vom Antikörpertiter der Kätzin und der Menge der vom Neonaten absorbierten Immunglobuline. Ein Nadir kann bereits im Alter von 3 bis 4 Wochen erreicht werden 2, obgleich einige Katzenwelpen hohe Konzentrationen bis über die 16. Woche hinaus aufrechterhalten 4. Während maternale Antikörper dem immuninkompetenten Neonaten Schutz bieten, gelten sie gleichzeitig als einer der häufigsten Gründe für Impfversagen 1. Über einen negativen Feedback-Mechanismus können maternale Antikörper im Serum des Neugeborenen die neonatale Produktion von Immunglobulinen beeinträchtigen. Zudem können sie zu einer Neutralisation von Impfantigenen führen und auf diesem Weg die Impfantwort begrenzen. Es gibt daher eine so genannte „immunologische Lücke“ zwischen dem Verlust der maternalen Antikörper und der Entwicklung der körpereigenen Immunität, in der die Konzentration maternaler Antikörper zwar ausreichend hoch sein kann, um die Entwicklung einer impfinduzierten Immunität zu beeinträchtigen, aber nicht mehr ausreichend hoch, um gegen natürliche Infektionen zu schützen 1. Diese Impflücke muss bei der Entwicklung von Impfprotokollen für Katzenwelpen berücksichtigt werden. Aus diesem Grund erhöht sich zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit eines Impferfolges gegen die feline virale Rhinotracheitis/Calicivirusinfektion/Panleukopenie (FVRCP), wenn in dieser Phase alle 2 bis 4 Wochen geimpft wird, bis der Katzenwelpe mindestens 16-20 Wochen alt ist 1. Die exakten Intervalle zwischen den Auffrischungsimpfungen richten sich nach den Empfehlungen des Impfstoffherstellers, eine finale Auffrischungsimpfung wird aber idealerweise 3-4 Wochen nach dem Absinken der maternalen Antikörper unter die zu einer Beeinträchtigung der Impfimmunität führende Konzentration verabreicht, wobei sich dieser Zeitpunkt zwischen verschiedenen Würfen, zwischen einzelnen Welpen eines Wurfes und je nach Infektionskrankheit, gegen die geimpft wird, unterscheiden kann 1,5. Jüngste Leitlinien empfehlen, die jährliche FVRCP-Auffrischungsimpfung gegen eine FVRCP-Auffrischung alle sechs Monate zu ersetzen. 

Kelly A. St. Denis

Es gibt daher eine so genannte „immunologische Lücke“ zwischen dem Verlust der maternalen Antikörper und der Entwicklung der körpereigenen Immunität, in der die Konzentration maternaler Antikörper zwar ausreichend hoch sein kann, um die Entwicklung einer impfinduzierten Immunität zu beeinträchtigen, aber nicht mehr ausreichend hoch, um gegen natürliche Infektionen zu schützen.

Kelly A. St. Denis

Impfkonzepte neu überdacht – Das Impfdesign

Weltweit gibt es zahlreiche kommerzielle Impfstoffe, die auf eine Vielzahl verschiedener Infektionserreger bei Katzen abzielen. Die AAHA/AAFP Feline Vaccination Task Force (2020) unterteilt Impfstoffe gegen diese Erreger in „Core“-Impfstoffe (Kernimpfstoffe) und „Non-Core“ -Impfstoffe (Nicht-Kernimpfstoffe), auf der Basis des relativen Risikos, sowie der Impfstoffwirksamkeit und -sicherheit (Tabelle 1). Impfstoffe werden unter Anwendung einer Vielfalt unterschiedlicher Konzepte designt, wie zum Beispiel inaktivierte Impfstoffe (Totimpfstoffe), modifizierte Lebendimpfstoffe (attenuierte Impfstoffe) und gentechnisch veränderte rekombinante Subunit-Impfstoffe. Jedes Design basiert auf unterschiedlichen Strategien zur Induzierung von Immunität, wobei die Wahl des Designs von zahlreichen Faktoren abhängig ist wie dem Infektionserreger selbst, der anwendbaren Impfstofftechnologie, der Immunantwort des Wirts und potenziellen Nebenwirkungen. Ein grundlegendes Verständnis dieser Unterschiede und die Kenntnis, welches Design dem im Einzelfall verabreichten Impfstoff zugrunde liegt, sind ganz entscheidende Voraussetzungen, um die Auswirkungen auf den Patienten zu verstehen. Dazu gehören der Typ der Immunität, die Wirksamkeit des Impfstoffes und potenzielle Nebenwirkungen.

Tabelle 1. Impfempfehlungen für Katzenwelpen. 

Impfstoff Grundimmunisierung & Auffrischungsimpfungen (Alter in Wochen)
FHV*-1 +FCV (IN)
4 Wochen + Auffrischungsimpfungen alle 3-4 Wochen bis zum Alter von 16-20 Wochen
FHV-1 + FPV** + FCV*** (SC)
6 Wochen + Auffrischungsimpfungen alle 3-4 Wochen bis zum Alter von 16-20 Wochen
FeLV (SC)
8 Wochen + 1 Auffrischungsimpfung nach 3-4 Wochen 
Tollwut (SC)
12-16 Wochen + Auffrischungsimpfung nach 1 Jahr
FIV (SC) 8 Wochen + 1 Auffrischungsimpfung nach 3-4 Wochen

Legende: Ersten Boxen: Kernimpfungen. Letze Box: Nicht-Kernimpfungen; IN: intranasal; SC: Subkutan
*FHV = Felines Herpesvirus, **FPV = Felines Panleukopenievirus, ***FCV = Felines Calicivirus

Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Viruspartikel, die nicht in der Lage sind, eine Infektion beim Patienten zu initiieren. Um eine angemessene Stimulation der Immunantwort zu erreichen, müssen diese Impfstoffe oftmals zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten, wie zum Beispiel Adjuvanzien. Diese verstärken das Entzündungsgeschehen an der Injektionsstelle, stimulieren den angeborenen Zweig des Immunsystems und triggern die notwendigen Immunantworten. Zu den in Impfstoffen eingesetzten Verbindungen gehören Freund’s komplettes Adjuvans, Aluminiumsalze, Lipide in wasserbasierten Emulsionen, Saponin-basierte Adjuvanzien und Liganden (Oligonukleotide). Die Antwort auf einen Totimpfstoff ist primär antikörperbasierter/humoraler Natur und produziert im Allgemeinen eine im Vergleich zu anderen Technologien schwächere Immunantwort, wobei auch die auf diese Weise generierte Immunität über kürzere Dauer anhält. Wahrscheinlich sind bei Totimpfstoffen auch häufigere Auffrischungsimpfungen erforderlich.

Modifizierte Lebendimpfstoffe (attenuierte Impfstoffe) enthalten Viruspartikel mit teilweise erhaltener Lebensfähigkeit, aber reduzierter Kapazität, Wirtszellen zu infizieren. Diese attenuierte Virusaktivität generiert eine Immunantwort, die den Schutz imitiert, der durch die natürliche Infektion erreicht würde, und umfasst sowohl eine humorale (antikörpervermittelte) als auch eine zellvermittelte Immunität, ohne die Erkrankung zu induzieren. Die Antwort des Immunsystems auf modifizierte Lebendimpfstoffe erfolgt im Allgemeinen schneller als bei Verwendung von Totimpfstoffen. Wenn keine maternalen Antikörper vorhanden sind, kann bereits eine Impfdosis reichen, um einen wirksamen Schutz zu generieren..

Die in der Tiermedizin am häufigsten eingesetzten rekombinanten Impfstoffe enthalten ein Gen oder mehrere Gene, die für ein Protein oder mehrere Proteine des Infektionserregers kodieren. Diese Gene werden in das genetische Material eines Vektorvirus einer nicht verwandten Spezies eingespleisst. So wurde zum Beispiel für die Herstellung eines rekombinanten Tollwutimpfstoffs das Gen für das Tollwutvirusoberflächenantigen in das Kanarienpockenvirus eingespleisst. Der Impfvektor kann die Erkrankung bei der auf diese Weise geimpften Spezies nicht verursachen, er ermöglicht aber die Präsentation eines viralen Zielantigens gegenüber dem Immunsystem des Impflings.

Impfkonzepte neu überdacht – Unerwünschte Ereignisse 

In der Tiermedizin sind Impfungen in der täglichen Praxis im Allgemeinen frei von unerwünschten Ereignissen und sind nur mit geringen Risiken behaftet. Wenn das Immunsystem den Impfstoff erkennt und entsprechend reagiert, können jedoch leichte lokale Beschwerden an der Einstichstelle oder geringgradige Allgemeinreaktionen auftreten. Bei dieser normalen Immunantwort kommt es zur Freisetzung von Zytokinen, die die Antwort auf eine natürliche Infektion nachahmen und systemische Allgemeinreaktionen hervorrufen können wie Fieber, Gelenkschmerzen und Unwohlsein. Betroffene Katzenwelpen können in diesen Fällen von einer symptomatischen Behandlung profitieren. Der Begriff „Impfnebenwirkung“ ist für die Beschreibung dieser Form der natürlichen Impfreaktion jedoch nicht geeignet, da er bei Besitzern zu Misstrauen gegenüber Impfstoffen führen kann. Die Aufklärung der Besitzer über antizipierte Impfreaktionen als Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und potenziell damit zusammenhängender Symptome wird dafür sorgen, dass die Besitzer aufmerksamer auf solche Reaktionen achten, so dass eine frühzeitige Behandlung möglich ist. Und nicht zuletzt wird eine entsprechende Aufklärung auch verhindern, dass unnötiges Misstrauen gegenüber dem Impfen entsteht.

Seltener entwickeln Katzen regelrechte Impfnebenwirkungen im Sinne unerwünschter Arzneimittelwirkungen wie lang anhaltendes Fieber, Erbrechen, Diarrhoe und Inappetenz oder Anorexie. Letztere können auf unbehandelte Impfreaktionen (siehe oben) zurückzuführen sein. Schwere akute Reaktionen wie plötzlich einsetzendes Erbrechen, Diarrhoe, Tachykardie, Tachypnoe, Desorientierung und/oder Kollaps beobachtet man bei Katzen dagegen nur selten. Meist treten solche akuten Reaktionen noch vor Verlassen der tierärztlichen Praxis auf, Besitzer sollten aber über die Möglichkeit eines Auftretens solcher schweren Reaktionen aufgeklärt werden, damit der Patient im Fall der Fälle unmittelbar zurückgebracht werden kann, um gegebenenfalls einer entsprechenden Notfallbehandlung unterzogen zu werden.

Impfsarkome oder „Vaccine Injection Site Sarcomas“ (VISS) sind die am häufigsten beschriebene Ursache von felinen Injektionsstellen-assoziierten Sarkomen (FISS) 1. Die Inzidenz ist niedrig und variiert geographisch. Die Entwicklung von FISS ist komplex und wird bislang nur wenig verstanden. Eine entzündliche Komponente an der Injektionsstelle könnte eine ätiologische Rolle spielen, obgleich eine direkte Ursache-Wirkungsbeziehung hier nur schwer definierbar ist. Möglicherweise spielen genetische Mutationen eine Rolle, zum Beispiel in Tumorsuppressorgenen und Onkogenen. Entzündungsfördernde Adjuvanzien in bestimmten Impfstofftypen werden als beitragende Faktoren diskutiert. Kausale Daten lassen jedoch nach wie vor keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu, lediglich einige anekdotische Berichte beschreiben eine niedrigere Inzidenz von Impfsarkomen bei Verwendung nicht-adjuvantierter Impfstoffe. Da es sich bei FISS um hochinvasive Neoplasien handelt, deren chirurgische Exzision sehr schwierig sein kann, sollte jede verdächtige Schwellung oder Zubildung an einer bekannten oder vermuteten Impfinjektionsstelle sehr eng überwacht werden. Das 3-2-1-Protokoll liefert eine Leitlinie über das Vorgehen bei diesen Veränderungen. So sollte eine Keilbiopsie von jeder Reaktion an einer Impfinjektionsstelle genommen werden, die mehr als drei Monate persistiert, größer als 2 cm ist und/oder innerhalb eines Monats nach der Injektion an Größe zunimmt 6. Nicht geeignet sind Exzisionsbiopsien, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ränder der Zubildung verfehlen, und lokal invasiven FISS damit die Möglichkeit geben, sich weiter auszubreiten, so dass eine weitere Exzision schwieriger wird. Die chirurgische Exzision verlangt eine spezifische Diagnose und eine gut geplante Vorgehensweise, die zwei Faszienebenen umfassen muss. Da wir zum einen die Ätiologie der Impfsarkome noch nicht vollständig verstehen und zum anderen die Notwendigkeit einer aggressiven chirurgischen Behandlung besteht, sollten sämtliche Impfungen bei Katzen distal von Ellbogen oder Knie oder distal am Schwanz erfolgen (Abbildung 1).

Die Injektionsstellen von Impfstoffen müssen in den Patientenunterlagen vermerkt werden

Abbildung 1. Empfohlene Impfstellen sind grün markiert; Impfstellen, die oft verwendet werden, aber vermieden werden sollten, sind rot gekennzeichnet. Die Injektionsstellen von Impfstoffen müssen in den Patientenunterlagen vermerkt werden.
Credit: from AAHA/AAFP guidelines/Redrawn by Sandrine Fontègne

Impfkonzepte neu überdacht – Impfprotokolle für Katzenwelpen 

Die Erstellung eines Impfplans für einen Katzenwelpen beginnt zunächst mit Überlegungen zum tatsächlichen Impfschutzbedarf des individuellen Tieres. Berücksichtigt werden dabei insbesondere Risikofaktoren in der Umwelt, epidemiologische Faktoren, die Verfügbarkeit von Impfstoffen und verschiedene Faktoren der Lebensweise. Besitzer können sehr spezifische Vorstellungen hinsichtlich der zukünftigen Lebensweise ihres Katzenwelpen haben, zum Bespiel kann geplant sein, dass die Katze als Einzeltier ausschließlich Indoor lebt oder in einem Mehrkatzenhaushalt mit permanentem Zugang ins Freie oder aber irgendwo zwischen diesen beiden extremen Polen. Wie auch immer der Plan zu Beginn aussieht, kann sich die Lebensweise einer Katze in der Zukunft natürlich ändern. Impfprotokolle sollten deshalb immer unter der Maßgabe entwickelt werden, dass die Katze entgegen der vom Besitzer beabsichtigten Lebensweise später dennoch Kontakt zu anderen Katzen haben kann. Und auch wenn ein Besitzer fest entschlossen ist bezüglich einer ausschließlichen Indoor-Lebensweise seiner Katze, sollte immer berücksichtigt werden, dass Indoor-Katzen keineswegs frei von jeglichen Risiken für Infektionskrankheiten sind.

Bei der Entwicklung eines Impfplans muss darüber hinaus berücksichtigt werden, ob es sich bei einem spezifischen Impfstoff um einen Kernimpfstoff oder um einen Nicht-Kernimpfstoff handelt. Kernimpfungen werden für alle Katzenwelpen unabhängig vom Lebensstil empfohlen, einschließlich Katzen mit unbekanntem Impfstatus, und umfassen unter anderem auch Impfungen, die vor Zoonosen wie der Tollwut schützen. Solche Impfstoffe sollten einen guten Schutz gegen prävalente Erkrankungen mit bekannter signifikanter Morbidität und Mortalität bieten. Die AAHA/AAFP Task Force bewertet das Feline Herpesvirus-1 (FHV-1), das Feline Calicivirus (FCV), das Feline Panleukopenievirus (FPV), das Tollwutvirus und das Feline Leukämievirus als Kerninfektionserreger, gegen die sämtliche Katzenwelpen geimpft werden sollten (Tabelle 1). Bei den Nicht-Kernimpfstoffen handelt es sich um gegen bestimmte Infektionserreger gerichtete Impfstoffe, deren Anwendung als optional gilt auf der Basis des Expositionsrisikos, der geographischen Verteilung und der aktuellen und möglichen zukünftigen Lebensweise des Patienten. Zu den Nicht-Kernimpfungen gehören die Impfungen gegen das Feline Leukämievirus bei Katzen über 1 Jahr, Chlamydia felis und Bordetella bronchiseptica. Als „nicht empfohlen“ gelten schließlich Impfungen gegen Erkrankungen niedriger klinischer Signifikanz oder gegen Erkrankungen, die gut auf eine Behandlung ansprechen, und Impfungen, die eine geringe oder keine Feldevidenz einer Wirksamkeit zeigen oder ein relativ erhöhtes Nebenwirkungsrisiko aufweisen. Zu den von der Task Force gegenwärtig nicht empfohlenen Impfungen gehört die Impfung gegen das Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP).

Mit Ausnahme der intranasalen FHV-1/FCV- Impfung (die bereits im Alter von 4 Wochen beginnen kann) sollten Impfungen bei allen als Gesellschaftstiere gehaltenen Katzenwelpen im Alter von 6 bis 8 Wochen beginnen. Dieser frühe Impfbeginn erleichtert zudem einen intensiveren Kontakt des Praxisteams mit dem Katzenwelpen während der wichtigen Sozialisationsphase. Bei dieser ersten Welpenvisite sollte die FVRCP-Grundimmunisierung erfolgen. Auffrischungsimpfungen gegen FVRCP empfiehlt die AAHA/AAFP Task Force alle 3 bis 4 Wochen bis zum Alter von 16 bis 20 Wochen, und dann eine weitere Auffrischung nach Rückbildung der maternalen Antikörper im Alter von 6 Monaten, anstelle der ersten jährlichen Auffrischungsimpfung. Die intranasale FHV-1/FCV-Grundimmunisierung kann im Alter von 4-6 Wochen durchgeführt werden, gefolgt von Auffrischungsimpfungen alle 3 bis 4 Wochen bis zum Alter von 16 bis 20 Wochen. Die FeLV-Impfung gilt bei Katzenwelpen als Kernimpfung und sollte im Alter von 8 Wochen beginnen, mit einer Auffrischungsimpfung 3 bis 4 Wochen später, gefolgt von einer weiteren Auffrischung im Alter von einem Jahr (Tabelle 1).

Die Tollwut ist eine Zoonose mit hohen Mortalitätsraten, die ein signifikantes Problem für die öffentliche Gesundheit weltweit darstellt. In vielen Gebieten herrscht für Haustiere Impfpflicht gegen Tollwut, und präzise Impfempfehlungen müssen sich stets an den vor Ort gültigen gesetzlichen Bestimmungen orientieren. Das Timing für Tollwutimpfungen bei Katzenwelpen sollte sich nach den Angaben des Impfstoffherstellers richten, und oft erfolgt die Grundimmunisierung nicht vor einem Alter von 12 Wochen, meist sogar erst im Alter von 16 Wochen. Eine Auffrischungsimpfung sollte im Alter von 1 Jahr erfolgen. Danach können Tollwutimpfstoffe mit einem entsprechend zugelassenen verlängerten dreijährigen Impfintervall alle drei Jahre zur Auffrischung verabreicht werden. Für alle anderen Tollwutimpfstoffe wird eine jährliche Auffrischung empfohlen.

Retroviren – Tests und Impfung 

Retrovirentests werden für alle neu erworbenen Katzenwelpen empfohlen 7. Nach dem ersten FeLV- und FIV-Test werden wiederholte Tests nach 30 Tagen und nach 60 Tagen empfohlen. Im Sinne einer einfacheren Anwendung kann die zweite Testrunde auch nach 60 Tagen oder später durchgeführt werden. Der Retrovirenstatus von Katzenwelpen sollte bekannt sein und vor der Durchführung einer Impfung gegen FeLV oder FIV sollte die Katze mindestens ein negatives Testergebnis aufweisen. Die FeLV-Impfung führt nicht zu einer Beeinträchtigung der gegenwärtigen Standardtestmethoden, bei denen virale Antigene oder virale RNA gemessen werden. Dagegen arbeitet die Standardtestmethode für FIV mit der Messung von Anti-FIV-Antikörpern, so dass eine entsprechende Impfung zu falsch positiven Testresultaten führen wird. Dies ist eine wichtige Überlegung in einigen geographischen Regionen wie Australien, wo FIV-Impfungen häufig durchgeführt werden und die durch die Impfung generierten Antikörper über Zeiträume von mehr als sieben Jahre persistieren können 8. Die Feline Retrovirus Testing and Management Task Force (2020) empfiehlt Follow-up-Tests in allen FIV- und FeLV-positiven Fällen mit Hilfe von ELISAs anderer Hersteller oder einem anderen Testtyp 7.

Katzenwelpen haben bei entsprechender Exposition ein erhöhtes FeLV-Infektionsrisiko, wobei das Infektionsrisiko mit zunehmendem Alter sinkt 7. Aus diesem Grund wird die FeLV-Impfung wie oben erwähnt für alle Katzenwelpen unabhängig von der Lebensweise empfohlen. Auf der Grundlage aktueller Studien gibt es zwar nur unzureichende Evidenzen, die zeigen, dass die Impfung sämtliche Verläufe von FeLV-Infektionen tatsächlich verhindern kann, es entsteht jedoch ein ausreichender Schutz, um die Impfung zu rechtfertigen 7. Trotz gegenteiliger Annahmen zeigte eine Studie in Australien aus dem Jahr 2019, dass die Bedrohung durch FeLV in der allgemeinen Katzenpopulation in diesem Land nach wie vor hoch war, und eine fortlaufende Testung, eine kontinuierliche Impfung und ein geeignetes Management potenziell oder nachgewiesenermaßen infizierter Katzenpopulationen rechtfertigt 9.

Die FIV-Impfung steht weltweit nur begrenzt zur Verfügung. Nach wie vor verfügbar ist der Impfstoff aber in Ländern wie Australien, wo FIV eine höhere Prävalenz aufweist. In diesen Gebieten wird empfohlen, Katzenwelpen mit erhöhtem FIV-Expositionsrisiko (Lebensweise, geographische Situation) wenn immer möglich gegen FIV zu impfen. Die Grundimmunisierung sollte im Alter von 8 Wochen erfolgen, mit einer Wiederholung 3-4 Wochen später und anschließenden jährlichen Auffrischungsimpfungen. Vor der Impfung sollte der negative Retrovirenstatus bestätigt werden, da falsch positive Ergebnisse bereits wenige Wochen nach der ersten Impfung auftreten können. Die Leitlinien aus dem Jahr 2020 liefern zusätzliche Informationen zu den Test- und Impfempfehlungen auf der Grundlage der Lebensweise und der geographischen Lokalisation 7.

Warme, mit Pheromonen besprühte Decken beruhigen die Katze während der Visi

Abbildung 2. Warme, mit Pheromonen besprühte Decken beruhigen die Katze während der Visite. 
Credit: Kelly A. St. Denis

Ernährung 

Die Ernährung im Welpenalter liefert die Bausteine für ein normales, gesundes Wachstum und bildet die Grundlage für ein gesundes adultes Leben. Eine Ernährungsberatung durch Tierärzte ist in diesem Lebensabschnitt der Katze unschätzbar wertvoll, da sie die Tierarzt-Besitzer-Bindung stärkt und Vertrauen aufbaut für zukünftige Konsultationen einschließlich Impfvisiten. Bereits vor dem ersten Termin kann das Praxisteam die Richtung für eine art- und altersgerechte Fütterung vorgeben, wenn die Katzenwelpen vom Säugen auf feste Nahrung umgestellt werden. Zur Förderung unterschiedlicher Erfahrungen mit verschiedenen Futtermitteltexturen sollten Katzenwelpen insbesondere während der Sozialisationsperiode idealerweise sowohl mit Feucht- als auch mit Trockennahrung gefüttert und mit vielfältigen Texturen und Aromen konfrontiert werden. Diese frühe Auseinandersetzung mit diätetischer Vielfältigkeit wird auch jegliche Nahrungsumstellung erleichtern, die im späteren Leben beim adulten Tier erforderlich werden könnte. Bei der Auswahl einer Nahrung sollte im Idealfall auf qualitativ hochwertige, ausgewogene Formulierungen speziell für Katzenwelpen zurückgegriffen werden, vorzugsweise von einem Hersteller, der veterinärmedizinische Ernährungsexperten beschäftigt und höchste Qualitätsstandards bei der Kontrolle eingehender Rohstoffe und ausgehender Endprodukte anlegt und auf diese Weise sein Commitment für sichere und hochwertige Nahrungen demonstriert. Beim Übergang vom Welpen- zum Adultenalter sollte im Rahmen einer „Erster Geburtstag-Visite“ in der Praxis das Körpergewicht und der Body Condition Score beurteilt werden, um sicherzustellen, dass die junge Katze ernährungsmäßig auf dem richtigen Weg ist. Diese Visite bietet zudem die perfekte Gelegenheit, um den Besitzer bei der Umstellung der Ernährung seiner Katze auf Nahrung für adulte Katzen zu beraten, um die Bedeutung und die praktische Umsetzung des Gewichtsmanagements zu erläutern und nicht zuletzt, um die Tierarzt-Besitzer-Bindung zu stärken. Darüber hinaus kann bei diesem Anlass überprüft werden, ob sämtliche Auffrischungsimpfungen auf dem aktuellen Stand sind, und es können bereits Termine für die kommenden Impfungen gebucht werden.

Die Katzenwelpen-freundliche Sprechstunde: Lebenslange Bindungen knüpfen 

Im Jahre 2012 entwickelten die International Society of Feline Medicine (ISFM) und die American Association of Feline Practitioners (AAFP) die „Cat Friendly Clinic and Cat Friendly Practice“- Programme. Seitdem hat sich „Cat Friendly“ zu einem gut etablierten Prinzip in der Katzenmedizin weltweit entwickelt, und dieses Konzept ist bei Katzenwelpen ebenso gut anwendbar wie bei Katzen jeder anderen Altersgruppe. Die Sozialisationsperiode der Hauskatze beginnt im Alter von etwa 2 bis 3 Wochen und endet ungefähr im Alter von 9-10 Wochen 10. Es handelt sich um eine entscheidend wichtige Phase, in der sich unter anderem auch gute Erfahrungen rund um die Visiten in der tierärztlichen Praxis entwickeln. In Anbetracht dieses relativ schmalen Zeitfensters entsprechender Gelegenheiten, ist es wichtig, dass Katzenwelpen bereits während des ersten Praxisbesuches positive Erfahrungen machen. Mit Impfprotokollen, die im Alter von 4-6 Wochen starten, hat das Praxisteam nämlich vielleicht nur eine bis drei Gelegenheiten, positive und katzenfreundliche Erfahrungen bei Katzenwelpen im Zusammenhang mit dem Tierarztbesuch zu generieren, und diese Gelegenheiten gilt es, zu nutzen. Besuche in der tierärztlichen Praxis sollten deshalb stets von katzenfreundlichen Interaktionen mit positiven Verstärkungen und minimalen Zwangsmaßnahmen geprägt sein, um so den Grundstein zu legen für erfolgreiche zukünftige Praxisbesuche, die dann letztlich sowohl für den Patienten als auch für den Besitzer angenehm sind und eine Stärkung der Tierarzt-Besitzer-Bindung fördern. Die Umstellung auf eine katzenfreundliche praktische Tiermedizin kann bereits mit kleinen Veränderungen in der Praxis beginnen 11, und die ISFM und die AAFP bieten Programme an, die eine entsprechende Umstellung unterstützen. So können zum Beispiel einzelne Mitarbeiter der Praxis ausgewählt werden, um das von der AAFP vergebene „Cat Friendly Certificate“ zu erwerben.

Selbst geringfügige Veränderungen können für Katzenwelpen, Katzenbesitzer und das Praxisteam für relevante Unterschiede bei den Erfahrungen in der tierärztlichen Praxis sorgen (Tabelle 2). Katzenwelpen sind meist sehr lebhaft und verspielt, und bei der Durchführung einer klinischen Untersuchung oder bei der Verabreichung von Impfungen oder anderen Arzneimitteln ist oft Kreativität gefragt. Rigide Zwangsmaßnahmen und ein aggressiver Umgang, um „die Sache schnell zu Ende zu bringen“ oder weil ein Katzenwelpe „nicht kooperativ“ ist, legen aber den Grundstein für das Scheitern zukünftiger Visiten. Ungeduld auf Seiten des Menschen kann in ganz erheblichem Maße zu widerspenstigem Verhalten bei Katzen beitragen. Der richtige Weg ist eine patientenfokussierte Herangehensweise, die dafür sorgt, dass sich der Welpe behaglich fühlt und zum Beispiel mit Futter, Spielzeug, Kopfreiben oder anderen akzeptierten Formen positiver Verstärkung abgelenkt wird (Abbildung 3). Mit geeigneten Ablenkungen wird auch die Applikation von Impfstoffen an den geeigneten Injektionsstellen möglich (Abbildung 4).

Tabelle 2. Vorschläge für die praktische Umsetzung der „Cat Friendly“-Prinzipien bei jedem Schritt der Visite einer Katze in der Praxis, beginnend zu Hause beim Besitzer. Diese Maßnahmen sind essenziell, um bereits im frühen Katzenleben positive Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Tierarztbesuch zu schaffen.

Ort Vorschläge
zu Hause
Wahl der geeigneten Katzentransportbox, mit leicht abnehmbarem Deckel
Anwendung der Transportbox mit der Katze üben
Vorbereitung der Katze und der Box für die Reise zur Praxis
Sicherheitsvorschriften für den Transport im Auto einhalten
Rezeption
Wartezone nur für Katzen, und Sprechzeiten nur für Katzen
Katze und Besitzer eventuell direkt in das Sprechzimmer setzen
Erhöhte Abstellmöglichkeiten für Katzenboxen
Mit Pheromonen besprühte Decke zur Abdeckung der Box
Wartezeiten minimieren
Sprechzimmer
Längere Sprechstundenzeiten: >30 Minuten 
Box mit geöffneter Tür auf den Boden stellen 
Katze selbst aus der Box herauskommen lassen
Kommt die Katze nicht freiwillig aus der Box, Deckel öffnen oder entfernen und die Katze vorsichtig herausheben. Ziehen, Schütteln oder andere aggressive Maßnahmen vermeiden, da diese die Katze erschrecken werden.
Warme, mit Pheromonen besprühte Decken während der Untersuchung unter und über die Katze legen (Abbildung 2)
Katzen, die zu ängstlich sind für die Untersuchung sollten anxiolytische oder sedative Arzneimittel erhalten.
Injektionen und Blutentnahme
Ablenkung durch Futter oder Spielzeug einsetzen, wenn immer möglich
Anxiolytika, Analgetika und/oder Sedativa in Erwägung ziehen
Zwangsmaßnahmen vermeiden wie im Nacken packen, auf den Tisch drücken, Gliedmaßen fixieren oder Maulkorb 
Katzenwelpen müssen sich in der Praxis behaglich fühlen, unterstützt durch Ablenkungen wie Futter, Spielzeug, Kopfreiben und andere akzeptierte Formen der positiven Verstärkung

Abbildung 3. Katzenwelpen müssen sich in der Praxis behaglich fühlen, unterstützt durch Ablenkungen wie Futter, Spielzeug, Kopfreiben und andere akzeptierte Formen der positiven Verstärkung. 
Credit: Kelly A. St. Denis

Katzenwelpen können mit Futter abgelenkt werden, bevor man sie am Ellbogen oder distal davon impft

Abbildung 4. Katzenwelpen können mit Futter abgelenkt werden, bevor man sie am Ellbogen oder distal davon impft. 
Credit: Ewan McNeill

Schlussfolgerung

Impfungen von Katzenwelpen sind eine essenzielle Voraussetzung für die Sicherstellung einer adäquaten Immunität gegen prävalente und potenziell schädliche Infektionskrankheiten. Einerseits sind Impfungen eine Schlüsselkomponente der präventiven Gesundheitsfürsorge bei Katzenwelpen, andererseits bieten sie aber auch gute Gelegenheiten zu Interaktionen, die das Praxisteam nutzen kann, um positive Erfahrungen zu schaffen und damit die Grundlage für positive Interaktionen auch in der Zukunft zu legen. Die praktische Umsetzung der „Cat Friendly“-Prinzipien im Zusammenhang mit dem Impfen, stets auf Basis der Bedürfnisse des Patienten, bildet das Fundament für das Wohlbefinden unserer Katzen in der Zukunft.

Literatur

  1. Stone AE, Brummet GO, Carozza EM, et al. 2020 AAHA/AAFP Feline Vaccination Guidelines. J. Feline Med. Surg. 2020;22(9):813-830.

  2. Casal ML, Jezyk PF, Giger U. Transfer of colostral antibodies from queens to their kittens. Am. J. Vet. Res. 1996;57(11):1653-1658.

  3. Claus MA, Levy JK, MacDonald K, et al. Immunoglobulin concentrations in feline colostrum and milk, and the requirement of colostrum for passive transfer of immunity to neonatal kittens. J. Feline Med. Surg. 2006;8(3):184-191.

  4. DiGangi BA, Levy JK, Griffin B, et al. Effects of maternally derived antibodies on serologic responses to vaccination in kittens. J. Feline Med. Surg. 2011;14(2):118-123.

  5. Day MJ, Horzinek MC, Schultz RD, et al. VGG of the WSAVA. WSAVA Guidelines for the vaccination of dogs and cats. J. Small Anim. Pract. 2016;57(1):E1-45.

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  8. Westman ME, Malik R, Hall E, et al. Determining the feline immunodeficiency virus (FIV) status of FIV-vaccinated cats using point-of-care antibody kits. Comp. Immun. Microbiol. Infect. Dis. [Internet]. 2015;42:43-52. Available from: http://pubmed.gov/26459979

  9. Westman M, Norris J, Malik R, et al. The diagnosis of Feline Leukaemia Virus (FeLV) infection in owned and group-housed rescue cats in Australia. Viruses 2019;11(6):503.

  10. Quimby J, Gowland S, Carney HC, et al. 2021 AAHA/AAFP Feline Life Stage Guidelines. J. Feline Med. Surg. 2021;23(3):211-233.

  11. Rodan I, Sundahl E, Carney H. AAFP and ISFM feline-friendly handling guidelines. J. Feline Med. Surg. [Internet]. 2011;13:364-375. Available from: http://jfm.sagepub.com/content/13/5/364.short

Kelly A. St. Denis

Kelly A. St. Denis

Dr. St. Denis erhielt 1992 den Bachelor of Science in Molecular Biology and Genetics an der University of Guelph, und 1994 den Master of Science in Immunology an der University of Toronto Mehr lesen

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